KERTU Heinz Klinger
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Kulturregion Stuttgart – Interview mit Heinz Klinger

Unter dem Motto "Über die Kunst ins Gespräch zu kommen" wurde Heinz Klinger als Teil eines Projektes der "Kulturregion Stuttgart" interviewt.

Im Rahmen dieses Projektes wurde mit vielen außergewöhnlichen Menschen gesprochen und ihre Geschichten eingesammelt. In einem Pop-up-Friseursalon können vom 01.06. – 27.10.2019 die Geschichten unter den Trockenhauben nun gehört werden. Und die Zuhörer sollen auch ihre Geschichten erzählen und aufschreiben. So wird aus einem Friseursalon das rollende kulturelle Gedächtnis einer Region. Aber war ein Friseursalon schon immer ein besonderer Kommunikationsort?

Wir haben einen der erfolgreichsten Friseure Stuttgarts dazu befragt. Heinz Klinger muss es wissen. Seit 1973 arbeitet er im Stuttgarter Süden. In seinem Salon in einem ehemalige Autohaus erklärte er uns, dass es immer noch eine sachliche Ebene gibt, wenn man sich nicht über Kunst unterhalten kann.

Christian Müller: Herr Klinger, Kommunikation ist ein Teil des Friseurberufs – wie sprechen Sie mit Ihren Kunden?
Heinz Klinger: Für Beratungsgespräche gibt es keine Strategie, aber ein Gerüst, wie man vorgeht: erst mal Informationen suchen, dann verarbeiten und am Ende Vorschläge machen. Man muss herausfinden, wie die Kunden tatsächlich aussehen möchten. Die sagen Ihnen das oft gar nicht direkt.

Simon Kubat: Sehen Sie schon, wenn die Kunden hereinkommen, was sie oder er will?
Heinz Klinger: Ich weiß im Grunde sofort: Ist das ein kritischer Kunde, ist das ein schwieriger Kunde oder ist das ein sanguinischer Kunde, der über der Sache steht. Schwieriger ist die Abstimmung, man muss absprechen, was für ein gemeinsames Ziel man hat. Für die Beratung stehen wir nicht hinter den Kunden, sondern wir sitzen neben ihnen.

Jonas Bolle: Auf Augenhöhe sein, das leuchtet ein, aber was redet man während des Haareschneidens?
Heinz Klinger: Wenn ein Kunde überhaupt nicht mit mir sprechen will, dann nimmt sie oder er eine Zeitschrift und blättert darin. Dann halte ich die Klappe. Wenn sie oder er aber in den Spiegel guckt, beobachtet und fragt, warum schneiden Sie das so oder so, dann beginnt das Gespräch.

JB: Wie persönlich kann so ein Gespräch werden?
Heinz Klinger: Das ist freigestellt. (...)

Das gesamte Interview und den Tourplan finden Sie unter nachfolgendem Link.

Link zum Interview (Magazin)
Link zum Tourplan des Pop-up Salons

SWR Tandem Interview

IN EINER STUNDE UM DIE WELT. Besuch in einem außergewöhnlichen Friseursalon. Von Ulla Lachauer.

Heinz Klinger ist ein Künstler im Haareschneiden - und ein Meister des Gesprächs. Das Ambiente: ein ehemaliger Autosalon, ein Salon auch im politischen und literarischen Sinne. Man geht dorthin, um mit dem Maestro über die Welt zu reden, über Stuttgart 21 und die neue Elektra-Inszenierung, Bildungspolitik, den neuen New Yorker Bürgermeister. Schon Klingers Vater war im Stuttgart der 30er-Jahre ein stadtbekannter, beliebter Friseur. Er selbst eröffnete seinen ersten Salon mit 25: ein Chef im Afrolook, mit linken Ideen. Heute, mit 67 Jahren, ist er offen und unkonventionell wie eh und je. Seine Belegschaft multikulturell, vor ein paar Monaten hat er einen Flüchtling aus Damaskus als Lehrling eingestellt.

Manuskript des Interview zum Download
Link zum SWR Interview

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