KERTU Heinz Klinger
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"ZIEMLICH BUNT" - Uli Luipold

Vom 09.04.19. bis 15.06.19 findet im Salon KERTU Klinger eine besondere Ausstellung statt. Wir zeigen Werke des Stuttgarter Künstlers Uli Luipold. Die Vernissage findet am 09.04.2019 um 19 Uhr im Salon statt. Die Künstlerin Angela Warnecke wird in die Ausstellung einführen. Überschrieben ist die die Ausstellung mit dem Titel: "ZIEMLICH BUNT"

Rede zur Vernissage der Ausstellung „ziemlich bunt“ von Uli Luipold am 10. April 2019:

Es ist mir ein Vergnügen und eine Ehre heute die Einführung in die neue Ausstellung von Uli Luipold geben zu dürfen – obgleich es immer schwierig ist, über etwas zu sprechen, das man mit den Augen erfahren möchte. Auch ist es eine Herausforderung, etwas öffentlich zu behandeln, das so persönlich ist, wie das künstlerische Wirken eines Freundes. Aber wer könnte dem Charme von Uli widerstehen? Und – da mir die Bilder gefallen – warum hätte ich die Möglichkeit nicht nutzen sollen …

Als Bildhauerin frage ich mich, wenn ich Arbeiten anderer Künstler betrachte, „Wie ist es gemacht?“ und „Was ist die Idee dahinter?“. Die erste Frage zielt auf die formale und handwerkliche Qualität, die eine künstlerische Arbeit haben sollte, die zweite Frage auf das Selbstverständnis des Kunstschaffenden.

Zur technischen Vorgehensweise kann man sagen, dass wir uns hier im Bereich zeitgenössischer Fotografie bewegen, welcher die Möglichkeiten der digitalen Bildnachbearbeitung als erweiterte Gestaltungsmöglichkeit zur Verfügung stehen. Ein Bild wird also aufgenommen – dabei können technisch die Bedingungen optimiert werden – anschließend wird es bearbeitet, so dass das Bild der Vorstellung oder Absicht des Fotografen gemäß … ja, was eigentlich … was wird das Bild? Wird es gestaltet? Wird es angepasst? Ich würde sagen, es wird eigentlich erst jetzt gemacht. Oder besser noch: es entsteht erst jetzt. Die Bearbeitung ist der Moment des Bildschaffens. Ulis Bilder entstehen nicht beim Fotografieren, sie entstehen später.

Diese Verschiebung scheint mir wichtig. Wenn wir Werke der Fotografie anschauen, möchten wir gerne wiedererkennen. Wir wollen ein Bild als Abbild, als Zeugnis eines Augenblicks, einer Situation. Wir wollen sagen können: „Ach, guck mal, das ist doch …“.

Was aber hilft es mir, wenn ich auf Ulis Bildern versuche, zu erkennen, welcher Ort, welcher Gegenstand, welche Situation darin Verwendung findet? Nun, vielleicht das kleine Glück, schlau gewesen zu sein? Aber eigentlich ist das nicht der Moment, der Freude macht. Ulis Bilder verlangen nicht die schlaue Mühe des Erkennens.

Vielmehr ist es so, dass, wenn man dann herausgefunden hat, was auf dem Bild zu sehen ist, sich das eigentliche Bild verschließt. Schauen Sie sich die Bilder bitte einmal genau an, mit etwas Abstand – Sie werden merken, dass es den Moment im Betrachten gibt, in dem das Auge wegspringt vom Gegenstand der Darstellung und versucht das Ganze zu erfassen. Und das ist für mich die essentielle Qualität dieser Bilder. Sie zeigen sich als sie selbst. Sie sind ein autonomes Werk, das keinen Bezug braucht zu einem wiedererkennbaren Abbild. Sie sind Werke in sich.

Das Wort Photographie leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „Licht-Zeichnung“. Und das finde ich eine sehr schöne Erklärung für das, was wir hier sehen. Viele Bilder von Uli haben sehr klare grafische Qualitäten, wie wir sie von anderen Techniken der bildenden Kunst kennen, aus der Lithografie oder dem Siebdruck. Oft sehen wir fast plakative Farbflächen, die aneinander liegen, wie bei den farbigen Scherenschnitten von Matisse. Die Bilder haben dann keine eigentliche Tiefe, keinen eigentlichen Raum. Sie sind Farbarrangements, so wie die Blumensträuße Delacroix‘.

Und wenn wir mit unserer Betrachtung einmal so weit gekommen sind, fallen uns augenblicklich weitere Elemente auf, die man eigentlich aus der Malerei kennt. Bei vielen Bildern sehen wir Rhythmisierungen, die die Komposition bestimmen. Bei anderen erkennen wir Linienführungen, wie beim Maler einen Duktus, nach dem er seinen Pinsel führt. Und in allen Bildern erkennen wir die Vorstellung, wie Farben zu einander stehen sollen. Farbkomposition ist vielleicht das dominanteste Gestaltungsmittel, das Uli verwendet. Häufig bietet die ursprüngliche Aufnahme nur einen Ansatz zur Farbigkeit des späteren Bildes. Erst in der Bearbeitung wird diese Anlage verfeinert, betont, herausgearbeitet und so zum eigentlichen Thema des Bildes. Diese Ausarbeitung des Rohmaterials ist die eigentliche künstlerische Arbeit. Es macht den Unterschied aus zwischen einem Foto und einem Bild. Das Bild erlangt hier seine Autonomie vor dem Abbild. Hier soll nichts gezeigt werden. Hier gibt es nur etwas zu sehen. Und dieses Sehen ist die unmittelbare Erfahrung, um die es geht.

Dieses Verhältnis finde ich besonders spannend. Denn die Bilder, die wir heute erleben können, haben alle den gemeinsamen Ursprung, dass Uli auf seinen Reisen oder wo immer er sein Rohmaterial aufgenommen hat, einen Moment des Innehaltens erfahren musste. Einen befremdlichen Moment. Etwas musste sein Auge so reizen, dass er sich für einen Bildgegenstand und einen Bildausschnitt entschied, den wir alle wahrscheinlich gar nicht zur Kenntnis genommen hätten. Und es ist dieser Weg vom scheinbar belanglosen Zufallsblick, über das Aufnehmen, das Bearbeiten und Überarbeiten, hin zu dem fertigen Bild, es ist diese transformatorische Arbeit, die den künstlerischen Schaffensprozess ausmacht. Dieser Weg ist nicht unähnlich der Arbeit des Bildhauers, der aus seinem an sich belanglosen Rohmaterial durch eine Reihe von Schritten des Verfeinerns letztendlich eine Skulptur entstehen lässt. Aufregend hieran ist, dass das Ergebnis offen ist. Während man arbeitet, hat man keine Gewähr dafür, ob ein Bild – oder eine Skulptur – die Qualität erreicht, die sie in den Rang eines Kunstwerkes erhebt. Und das finde ich eine spannende Facette der für diese Ausstellung ausgewählten Arbeiten. Sie sind sehr heterogen in ihren Gegenständen. Wir können hier dem Autor beim Schaffen über die Schulter gucken, wir sehen Uli, wie er probiert. Nun hat er die Auswahl der heute gezeigten Bilder selber getroffen, wir dürfen also davon ausgehen, dass er mit diesen Arbeiten zufrieden ist – zumindest zufrieden genug! Sieht man die Arbeiten aber im Vergleich, stellt man fest, dass man am Ende nicht sagen könnte „Das ist ein typischer Luipold!“. Das Schaffen ist hier noch nicht zur Pose geworden, der eine Ausdruck noch nicht zum Synonym. Was mich freut, denn wenn man als Künstler so weit ist, dass man auf einen Blick wiedererkennbar ist, dann ist man museumsfähig und damit so festgelegt, dass das eigentliche Abenteuer künstlerischen Schaffens vorbei ist – im Grunde ist man dann als Künstler langweilig geworden, wenn man zweifelsfrei wiedererkennbar ist.

Insofern freue ich mich, heute auf der Vernissage eines in seinem Schaffen jungen Künstlers zu sein, der uns das bieten kann, was man vom Kunstgenuss erwarten darf: Einen wachen Moment des gegenwärtigen Erlebens, das Staunen beim Anblick von etwas unerwartet Schönem, das nichts anderes ist als es selbst – ein Werk der Kunst.

Stuttgart, den 9.4.2019 – Angela Murr (Angela Warnecke)


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FELD—ALL Kulturlandschaften – Künstlerin Sibylle Duhm-Arnaudov

Vom 08.09. bis 03.11.2018 findet im Salon KERTU Klinger eine besondere Ausstellung statt. Wir zeigen Werke der Stuttgarter Künstlerin Sibylle Duhm-Arnaudov. Die Vernissage findet am 08.09.2018 um 18 Uhr im Salon statt. Der Ehemann der Künstlerin Peter Lauck wird in die Ausstellung einführen. Überschrieben ist die die Ausstellung mit dem Titel: FELD—ALL Kulturlandschaften.

KURZBIOGRAFIE DER KÜNSTLERIN

1950 — Geboren in Besigheim.
Ab 1969 — Studium freie Malerei bei Horst Antes an der Kunstakademie Karlsruhe. Ältere und neuere Deutsche Literaturgeschichte an der TU Karlsruhe.
Ab 1971 — Studium Bühnenbild und Kunst am Bau bei den Professoren Richter Rose und Stockhausen an der Kunstakademie Stuttgart.
Ab 1973 — Studium Kunsterziehung bei den Professoren Groß und Michou. Malerei bei Professor Hägele.
Ab 1976 — Staatsexamen Deutsch/Bildende Kunst.
Ab 1977 — Künstlerische Tätigkeit, Ausstellungen und Projekte.

PARALLEL
Ab 1976 — Kunst-Sozialarbeit beim Stuttgarter Jugendhausverein.
Ab 1980 — Unterricht an verschiedenen Gymnasien in den Fächern Deutsch und Kunst.
Ab 2008 — Evaluatorin am Landesinstitut für Schulentwicklung Baden Württemberg.

Ab 2013 — Ausschließlich freie künstlerische Tätigkeit.

"Girls don't cry" – Künstlerin Danielle Zimmermann

Unter dem Titel "Girls don't cry" zeigt die Stuttgarter Künstlerin Danielle Zimmermann eine Auswahl ihrer Bilder in unserem Salon. In Danielle Zimmermanns Arbeiten begegnet man auf bunten, poppig farbigen Plastiktüten und Supermarktkartonagen sowohl lasziven "Shopping-Ladies" als auch bekannten Motiven aus der Medien-, Werbe- und Konsumwelt. Motivwelt, Bemalung und Untergrund ihrer Arbeiten durchdringen sich vielschichtig und collageartig. Es entsteht ein ebenso buntes, wie grafisch reiches, vielschichtiges Verweis- und Zitate-System, in das auch kunstgeschichtliche Bezüge eingearbeitet werden.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 3. März, um 20.00 Uhr im Friseursalon KERTU Heinz Klinger, Böblinger Straße 25 in Stuttgart statt, es spricht Ines Ebertz (Kunsthistorikerin). Im Rahmen der Eröffnung zeigt Danielle Zimmermann ihre Performance "Die Wahrheit über Ihre Liebe!".

Ausstellung des Künstlers Bruno Demattio

Vom 07.09. bis 24.11.2017 findet im Salon KERTU Klinger eine besondere Ausstellung statt. Wir zeigen Werke des 2006 verstorbenen Künstlers Bruno Demattio. Die Vernissage findet am 06.09.2017 um 20 Uhr statt. Die Kunsthistorikerin Barbara Heuss-Czisch wird in die Ausstellung einführen.

Neben dem Salon Klinger zeigt die renommierte Kunsthalle Düsseldorf aktuell Werke des Künstlers. Bei der Ausstellung „Singular / Plural – Kollaborationen in der Post-Pop-Polit-Arena“ zum 50-jährigen Jubiläum der Kunsthalle Düsseldorf werden Werke von Künstlern gezeigt, die in den 1970er Jahren in Düsseldorf arbeiteten. Weitere Informationen über den Künstler, finden Sie auf dessen Webseite.

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